Wallfahrt und Kultur grenzenlos
Geschichte wird im Wallfahrtsmuseum zum Erlebnis. Die Wallfahrt zur Madonna von Neukirchen beim
Heiligen Blut ist seit Jahrhunderten eine der bedeutendsten bayerischen Marienwallfahrten.
Die Wallfahrtslegende erzählt von einem Hussiten, der um 1450 die geschnitzte Marienfigur entdeckt,
sie zerstören will und in den nahegelegenen Brunnen wirft. Die Figur aber kehrt wieder an ihren
Platz zurück. Der Hussit versucht dann, die hölzerne Marienfigur mit seinem Säbel zu zerschlagen.
Er spaltet das Haupt, aus der Wunde fließt Blut und der Hussit wird bekehrt.
Die reichhaltigen Schätze, die sich seither angesammelt haben, sind jetzt im Wallfahrtsmuseum direkt
am Marktplatz zu besichtigen. Es ist im früheren Pflegschloss eingerichtet.
Der Museumsrundgang beginnt mit der Darstellung verschiedener Aspekte katholischer Volks-
frömmigkeit. Exemplarisch wird der Ablauf einer Wallfahrt vorgestellt. Die szenische Darstellung eines
Holzschlittenunfalls und einer Bayerwald-Landschaft machen Wallfahrtsanlass und Wallfahrtsweg
erlebbar. Die nächste Ausstellungseinheit zeigt das Wallfahrtsbrauchtum anhand von Prozessions-
kerzen, Votivtafeln, eisernen Opfertieren und anderen Votivgaben. Informationen zur Entwicklung des
christlichen Wallfahrtswesens schließen den Rundgang im ersten Stockwerk ab.
Im zweiten Stockwerk wird die Geschichte der Neukirchener Wallfahrt und ihr großer Einfluss auf das
hiesige Gewerbe dokumentiert (Rosenkranzketten, Schnitzerei, Wachswaren, Beherbergungsge-
werbe). Ihrer Bedeutung angemessen, ist der Neukirchener Hinterglasmalerei des 19. Jahrhunderts
ein eigener Ausstellungsraum gewidmet. Die abschließende Abteilung behandelt Wallfahrten nach
bzw. aus Böhmen, die für das Grenzland von großer Bedeutung waren.
Das Wallfahrtsmuseum präsentiert zusätzlich Sonderausstellungen. Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 9.00 – 12.00 Uhr und 13.00 – 17.00 Uhr
Samstag, Sonntag 10.00 – 12.00 und 13.00 – 16.00 Uhr